HANSE-Studie belegt erneut, dass Vorsorge Leben retten kann

Großhansdorf, 29. März 2022: „Ich habe die Hoffnung, dass wir es mit der HANSE-Studie schaffen, die Früherkennungsrate von Lungenkrebs deutlich zu erhöhen und damit auch mehr Menschen die Chance auf Heilung zu geben“, erklärt Prof. Dr. Martin Reck das Ziel der Studie. Der neben ihm stehende Hillo-Wilfried Markert ist der beste Beweis dafür, dass rechtzeitige Vorsorge Leben retten kann.

Es war reiner Zufall, dass der Ahrensburger im Herbst 2021 im Internet die Information las, dass die HANSE-Studie und ihr Schirmherr Dr. Eckart von Hirschhausen zu einer kostenfreien Lungenkrebs-Vorsorge einladen. Angesichts von zwei Krebsfällen direkt in der Familie – bei Vater und Bruder – und dem Umstand, dass er bereits zu Bundeswehrzeiten zu rauchen begonnen hatte, dachte sich der Rentner, dass eine kostenfreie Vorsorge sinnvoll sei. Online füllte er den Fragebogen unter www.hanse-lungencheck.de aus und war positiv überrascht, als er die Einladung zum Screening in der LungenClinic Grosshansdorf bereits für den 29. November erhielt. Als dann wenige Tage später ein Anruf eines Arztes folgte, er möge doch bitte Mitte Dezember zur Bronchoskopie erscheinen, da man im CT eine Auffälligkeit entdeckt habe, wurde Hillo-Wilfried Markert bewusst, dass er offenbar ein Problem hat. Die im Rahmen der Bronchoskopie erfolgte Gewebeprobe ergab den Befund eines großzelligen Lungenkarzinoms und machte aus einem Verdacht dann bitteren Ernst. Das in einer Hamburger Praxis Ende Dezember durchgeführte PET/CT, das die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Computertomographie (CT) in einem Gerät kombiniert, ergab immerhin insoweit Entwarnung, dass der Krebs noch nicht gestreut hatte. Doch der Start ins neue Jahr 2022 war von einem mehr als mulmigen Gefühl geprägt. Mitte Januar erfolgte dann in der LungenClinic Grosshansdorf die Entfernung des Tumors. 18 Millimeter im rechten Oberlappen nahm das Karzinom ein, zum Glück waren keine Lymphknoten an der Erkrankung beteiligt.

Gewebeprobe ergab den Befund eines großzelligen Lungenkarzinoms  UND 
machte aus einem Verdacht dann bitteren Ernst


„Die HANSE-Studie ist die einzige Studie in Norddeutschland, in der wir Probanden, die aufgrund ihres Alters und ihrer Rauchvorgeschichte ein erhöhtes Risiko für eine Lungenkrebserkrankung haben, eine kontrollierte Früherkennung mit einem sehr modernen Niedrigdosis-CT und eine optimale Versorgung in einem zertifizierten Lungenkrebszentrum anbieten, falls aufgrund des CT-Befundes eine weitere Abklärung erforderlich ist oder sogar der Verdacht auf eine Krebserkrankung besteht“, so Prof. Dr. Martin Reck. Zusätzlich zur Krebsfrüherkennung wird im Rahmen der HANSE-Studie auch auf die Struktur der Lunge und die Verkalkung der Herzkranzgefäße geschaut, betont der Chefarzt der Onkologie weiter.
Hillo-Wilfried Markert lobt die LungenClinic, bedankt sich für das schnelle Handeln und bezeichnet seinen OP-Aufenthalt als angenehm. „Besonders die Freundlichkeit der Ärzte und Schwestern ist mir in besonderer Erinnerung. Sie waren immer hilfsbereit und auskunftsfreudig, zu jeder Zeit“, führt er aus und muss dann auch weiter. Als Rentner habe man immer Termine und zudem rufe der Garten, da stehe im Frühjahr viel Arbeit an, so der agile 77-Jährige.

Früherkennungsrate von Lungenkrebs soll deutlich erhöht werden,
so das Ziel der HANSE-Studie

Im Rahmen der HANSE-Studie (Holistic implementation study Assessing a Northern German interdisciplinary lung cancer Screening Effort) untersucht die LungenClinic Grosshansdorf gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Campus Lübeck), ob eine Lungenkrebs-Früherkennung mittels Niedrig-Dosis-Computertomographie möglich ist. Alle drei Institutionen sind Partner im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL). Insgesamt 12.000 Personen im Alter zwischen 55 und 79 Jahren, die früher geraucht haben oder immer noch rauchen und somit ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs besitzen, nehmen über zwei Jahre hinweg teil. Freiwillige können sich unter www.hanse-lungencheck.de melden. Die Studie erhält eine Förderung von AstraZeneca.

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Die LungenClinic Grosshansdorf ist ein offizielles Lungenzentrum des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in Norddeutschland. Die international anerkannte Fachklinik für sämtliche Erkrankungen der Lunge und Atemwege versorgt jährlich rund 12.000 Patient:innen stationär und ambulant in den Schwerpunkten Pneumologie, Onkologie, Palliativmedizin, Thoraxchirurgie und Anästhesie. Das Haus ist ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Lungenkrebszentrum, einziges in Schleswig-Holstein zertifiziertes Weaningzentrum nach der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) sowie einziges in ganz Norddeutschland zertifiziertes Exzellenzzentrum für Thoraxchirurgie durch die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT). Außerdem ist die LungenClinic Grosshansdorf ein Standort des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) und nimmt damit eine führende Rolle in der Erforschung und Anwendung neuester medizinischer Erkenntnisse ein. Angesichts dieser dynamischen Entwicklung ist es umso bemerkenswerter, dass das Haus bereits im Jahr 1900 von der LVA der Hansestädte als Tuberkulose-Heilanstalt errichtet wurde.