Gesundheitsgeschichten

 

Leiden nach Jahrzehnten gebannt

Was mit einem Völlegefühl und Magendruck begann erwies sich als Zwerchfellhochstand

Zwerchfell-
hochstand
verdrängte
Bauchorgane

„Seit Jahren kann ich endlich wieder schlafen, ohne Angst um meinen Mann zu haben.“ Die Frauenstimme am Telefon kommt aus dem Hintergrund, denn eigentlich erfolgt das Gespräch mit ihrem Mann. Doch schnell wird deutlich, dass die eine Woche zuvor Ende Januar 2022 erfolgte Operation nicht nur Dieter Siebenkort eine völlig neue Lebensqualität geschenkt hat, sondern auch seiner Ehefrau die zermürbende Sorge um ihn genommen hat.

Der 70-Jährige selbst wirkt aber auch selbst vollkommen erleichtert und beglückt. Im Grunde begann seine Leidensgeschichte bereits, als er zwei Jahre alt war. Damals erkrankte er an Kinderlähmung. Dank Impfung gegen Polio-Viren gilt die Kinderlähmung zumindest in Europa inzwischen als ausgerottet, doch in den 1950er und auch Anfang der 1960er Jahre in Westdeutschland (die DDR war hier infolge einer Impfpflicht schneller) gab es jährlich noch tausende Erkrankungen. Der zweijährige Dieter überlebte die Infektion, doch seine linke Seite war beeinträchtigt. Insgesamt war er immer etwas weniger kräftig als andere Jungs und sportlich eingeschränkt, aber er fand sich damit ab und lebte sein Leben. Doch vor etwa 15 Jahren wurden aus der Beeinträchtigung deutliche Beschwerden, die seine Lebensqualität einschränkten. Eine Art Völlegefühl belastete ihn ständig. Bücken wurde zur Herausforderung, so als wäre etwas mit seinem Magen so ganz und gar nicht in Ordnung. Obwohl er sich wegen der Kinderlähmung bei mehreren Ärzten vorgestellt hatte und letztlich auch die Diagnose „Zwerchfelllähmung“ gestellt wurde, wurde kein Zusammenhang mit seinen Beschwerden gesehen und daher auch keine Behandlungsoption gesehen. Es war Siebenkort selbst, der zusammen mit seiner Frau im Internet recherchierte, dass eine Zwerchfelllähmung beziehungsweise ein Zwerchfellhochstand Ursache für seine Magenbeschwerden sein könnten. Und so wurden die beiden in einer Fachklinik in Nordrhein-Westfalen vorstellig. Dort bestätigte man den Verdacht der beiden, verwies aber auf eine umfangreiche, große OP. Noch während der gesundheitlich eingeschränkte Mann überlegte, ob er den Eingriff wagen würde, ereilte das Ehepaar das Schlimmste, was Eltern widerfahren kann. 

Der tragische Schicksalsschlag sorgte für einen Neuanfang in Norddeutschland, nahe bei der verbliebenen älteren Tochter. Doch kaum hatte das Ehepaar das Gefühl, im Norden ein neues Zuhause gefunden zu haben, erlitt Siebenkort einen Hirnschlag und zudem verschlechterten sich seine alten Beschwerden noch einmal deutlich. Nachts atmete er derart rasselnd, dass seine Frau jede Nacht fürchtete, dies sei seine letzte. Spaziergänge wurden unmöglich, da ihm bereits nach wenigen Metern die Luft ausging. Schuhe zu binden, war nicht mehr möglich, da er das Gefühl hatte, ihm würden der Magen und die Luft beim Bücken abgeschnürt. Und so wurden weitere Mediziner konsultiert.  Doch diese machten wenig Mut. Sie sprachen von „hohem Risiko“ und wollten „keine Erfolgsgarantie“ geben bis Dieter Siebenkort von seinem Hausarzt auf die LungenClinic Grosshansdorf aufmerksam gemacht wurde. Bereits sein erstes Gespräch mit der Oberärztin Dr. Gökce-Gün überzeugte ihn. Die Ärztin machte ihm Mut, wies darauf hin, dass diese OP in der LungenClinic in der Regel minimal-invasiv erfolgt, und so wagte er den Schritt. 

Besonders „erfrischend“ sei dann ein weiteres Gespräch mit dem leitenden Oberarzt Dr. von Weihe gewesen, der den genauen Ablauf der OP noch einmal in sehr verständliche Worte gepackt habe, so der Senior. Seine Stimme wirkt heiter und er beschreibt seinen Krankenhausaufenthalt danach als positive Überraschung. Keine Schmerzen und bereits nach zwei Tagen habe er wieder ganz tief Luft holen können, so tief, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Auch die pfeifenden und rasselnden Atemgeräusche seien fort gewesen.

Der leitende Oberarzt Dr. von Weihe erklärt, dass die sanfte minimal-invasive Operation, die Siebenkort geholfen habe, auch dank modernster Technik möglich gewesen sei. Als einer der ersten Thorax-Chirurgen in Europa verwendet der Spezialist der LungenClinic spezielle artikulierende Instrumente (Artisentinal®, Fa. Livsmed). Diese haben mehr Freiheitsgrade als Standard-Instrumente, ähnlich der menschlichen Hand oder Roboterarmen, weshalb sie auch „Surgeon powered robotic instruments“ (von Chirurgen gesteuerte robotische Instrumente) genannt werden. Sie ermöglichen zusammen mit der chirurgischen Expertise die extrem präzise, damit sehr schonende und eben erfolgreiche Durchführung des Eingriffes. 

Der lange Leidensweg seines Patienten sei schon sehr erschreckend, so Dr. von Weihe. Zwar habe die Computertomographie deutlich gezeigt, dass durch den Zwerchfellhochstand die Verlagerung von Bauchorganen und vor allem des Magens in die linke Brusthälfte erfolgt ist. Allerdings kommen viele Mediziner bei einer normalen Untersuchung, die der Patient infolge von Völlegefühl aufsucht, gar nicht auf die Idee, eine radiologische Diagnostik zu veranlassen, da sie Probleme mit dem Magen und keinen Zwerchfellhochstand vermuten. Doch auch wenn dieser vergleichsweise selten sei, müsse diese mögliche Ursache stets bedacht werden. 
Dieter Siebenkort und seine Frau jedenfalls freuen sich auf den Frühling, denn erstmals seit Jahren werden wieder längere gemeinsame Spaziergänge möglich sein. Und endlich kann der Wahl-Norddeutsche wieder tief durchatmen.


 

Beratung & Hilfe

Ein Klinikaufenthalt ist für jeden eine besondere Herausforderung und wirft viele Fragen auf.

Hier finden Sie verschiedene Ansprechpartner, die Ihnen bei unterschiedlichen Problematiken zur Seite stehen. 

 

MEHR HIERZU