Wunderwerk Lunge


Das Rätsel
um das
Pflaster am
Ohrläppchen

Wieso die Blutgasuntersuchung an der LungenClinic so wichtig ist und was sie verrät

Ein Pflaster
als Erkennungszeichen

Wer wachen Auges durch die LungenClinic geht, dem wird schnell auffallen, dass hier im Gegensatz zu anderen Krankenhäusern relativ viele Patient:innen ein Pflaster am Ohrläppchen tragen. Des Rätsels Lösung ist, dass wir als Lungenfachklinik stets daran interessiert sind, zu überprüfen, ob die Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte sowie weitere Werte im Blut unserer Patient:innen auf einem guten Niveau sind. Alle normalen Werte machen unsere Lungenexpert:innen glücklich, alle Werte darunter geben Anlass zu hinterfragen, was die Ursachen hierfür sind und ob man gegensteuern muss. Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Hitze- und Kältegefühl im Wechsel, aber auch Schweißausbrüche können als Folge von Störungen des Sauerstoff- oder Kohlendioxidgehaltes im Blut auftreten.

Doch warum ein Pflaster am Ohrläppchen? Um die Werte zu messen, wird sauerstoffreiches arterielles oder kapilläres Blut benötigt. Hierfür bietet sich grundsätzlich das Handgelenk an, die Punktion in die Arterie am Handgelenk ist jedoch relativ schmerzhaft, aber mit einem kleinen Trick sind auch aus dem Ohrläppchen verlässliche Werte zu erhalten. Dazu muss als erstes eine durchblutungssteigernde Salbe auf das Ohrläppchen aufgetragen werden. Den Patient:innen einen "Satz heiße Ohren" zu verpassen, ist vor allen in Lungenfachkliniken üblich und in diesem Fall also quasi wortwörtlich zu verstehen. Die Kapillaren, also die kleinen Blutgefäße, werden auf diese Weise erweitert und das Blut fließt schneller und bietet artiellem Blut ähnlich ebenfalls verlässliche Blutgaswerte.

Neben der Sauerstoffsättigung lässt sich auch die Menge des im Blut enthaltenen Kohlendioxids bestimmen. Wir Lebewesen atmen Sauerstoff ein, der über die Lungenbläschen in den Blutkreislauf gelangt. Unser Körper braucht ihn, um daraus Energie zu gewinnen. Dabei entsteht Kohlendioxid, also CO2, als Abfallprodukt. Der Sauerstoff wird durch die Lunge eingeatmet und in unser Blut eingeschleust, wo er dann den ganzen Körper versorgt. Das Kohlendioxid wird vom Blut zurück zur Lunge transportiert und ausgeatmet. Zu viel CO2 im Blut macht dieses aber im wahrsten Sinne des Wortes sauer, was wiederum für die Organe schädlich ist. Der pH-Wert des arteriellen Blutes sollte normalerweise bei 7,35 bis 7,45 liegen. Außerdem gibt es noch den Kohlendioxid-Partialdruck (pCO2), den Sauerstoff-Partialdruck (pO2) und die Bicarbonat-Konzentration. All diese Werte verraten den Expert:innen, ob unsere Lunge und unser Herz unseren Körper bestmöglich mit dem so lebenswichtigen Sauerstoff versorgen und Kohlendioxid entsprechend wieder entsorgen können. Ist dies nicht der Fall, gilt es, durch weitere Untersuchungen Ursachen zu erkunden und eine passgenaue Behandlung zu entwickeln.

Und so ist das Pflaster am Ohrläppchen quasi ein Erkennungszeichen der Patient:innen der LungenClinic.

 

Blutentnahme aus dem Ohrläppchen

 

 

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Die Abteilung für
Lungenfunktion

 

Eine Lungenerkrankung führt häufig dazu, dass das Organ, das für unsere Versorgung mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff zuständig ist, nur eingeschränkt arbeiten kann. Jeder von uns kann sich vorstellen, wie sehr die Lebensqualität eingeschränkt werden kann, wenn man sich schnell atemlos fühlt, und/oder das Gefühl, hat nicht durchatmen zu können.

In unserer Abteilung für Lungenfunktion messen wir den Umfang einer möglichen Einschränkung, um Informationen über deren Ursache zu erhalten. Das Personal der Lungenfunktions-Abteilung führt in Abstimmung mit den behandelnden Ärzt:innen diese Untersuchungen durch. Neben der Blutgasuntersuchung und Lungenfunktionstests wie der Ganzkörperplethysmographie werden bei unseren ambulanten und stationären Patient:innen auch Allergologiediagnostik sowie EKGs durchgeführt und via Spiroergometrie die Belastbarkeit der Lunge und des Herzkreislaufsystems gleichzeitig analysiert. Unsere Lungenfunktion ist in der Woche von 7.30 Uhr bis 16 Uhr und sonnabends von 7.30 Uhr bis 11.30 Uhr für unsere Patient:innen im Einsatz.


 

Beratung & Hilfe

Ein Klinikaufenthalt ist für jeden eine besondere Herausforderung und wirft viele Fragen auf.

Hier finden Sie verschiedene Ansprechpartner, die Ihnen bei unterschiedlichen Problematiken zur Seite stehen. 

 

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