COPD / Lungenemphysem

Die COPD ist mit einer Prävalenz von 10-15% für die erwachsene Bevölkerung in Deutschland eine häufige Erkrankung. Weltweit ist die COPD gegenwärtig die vierthäufigste Todesursache. Für die nächsten Jahrzehnte ist ein weiterer Anstieg von Prävalenz, Morbidität und Mortalität zu erwarten.

Anlass für eine stationäre Behandlung sind in vielen Fällen entzündliche Exazerbationen der Erkrankung, oft aber auch ein kontinuierlich progredienter Krankheitsverlauf mit immer ausgeprägterer Dyspnoe, hieraus resultierender Immobilität und Kräfteverfall, der in einer psychosozialen Belastungssituation mit reaktiver Depression oder auch Angstsymptomatik mündet.

Grundlage einer langfristigen Therapieplanung ist immer die sichere diagnostische Einordnung und ggf. Abgrenzung von anderen obstruktiven Atemwegserkrankung, da sich hieraus deutlich unterschiedliche Therapieoptionen ergeben können, wie z. B. bei einem schwergradigen Asthma bronchiale, einer Atemwegsobstruktion im Rahmen einer Bronchiektasenerkrankung, einer bronchopulmonalen Aspergillose oder eines Lungenemphysems bei Proteinaseninhibitormangel (Alpha1-Antitrypsinmangel).

Es ist wichtig, eine für den einzelnen Patienten optimierte Inhalationstherapie zu etablieren und ebenso den möglichen Nutzen einer inhalativen oder auch systemischen Cortisontherapie kritisch zu definieren. Unsere physiotherapeutische Abteilung ist spezialisiert auf die Schulung spezieller Atemtechniken, physikalische und apparative Maßnahmen zur verbesserten Sekretexpektoration und, auch bei sehr fortgeschrittener COPD, dem Aufbau eines Trainingsprogramms, um die krankheitstypische Dekonditionierung zu durchbrechen. Begleitend erfordert dies ggf. diätetische Maßnahmen, um einer pulmonalen Kachexie entgegen zu wirken.

Neben einer klaren Indikationsstellung für eine Langzeit-Sauerstofftherapie ist auch die Frage nach der praktischen Umsetzung im häuslichen Bereich und den technischen Erfordernissen für die Mobilität der Patienten zu beantworten. Ebenso gilt es, die Indikation zu einer intermittierenden, nicht invasiven Beatmungstherapie abzuwägen und den Patienten ggf. in der Einleitung der erforderlichen Maskenbeatmung zu begleiten.

Bei schwergradiger Lungenüberblähung werden mögliche Verfahren zu Lungenvolumenreduktion abgewogen, wie die endobronchiale Ventilimplantation oder auch die operative Lungenvolumenreduktion. Auch eine Listung zur Transplantation kann von unserer Klinik aus erfolgen.

Mitglied in: