Bronchiektasen

Bronchiektasen führen infolge einer reduzierten Clearance der betroffenen Lungenanteile zu einem Sekretverhalt mit chronischer mikrobieller Besiedelung und zunehmender Entzündung der Bronchialwand und der umliegenden Lungenanteile. Rezidivierende, auch abszedierende Pneumonien, septische Streuherde, Pleuraempyeme und Hämoptysen sind mögliche, teils lebensbedrohliche Komplikationen. Vielgestaltige Ursachen, wie kongenitale Defekte, erworbene postentzündliche Komplikationen oder allergische bronchopulmonale Mykosen verlangen differenzierte therapeutische Strategien. 



Unabdingbarer Bestandteil der Behandlung ist eine vom Patienten langfristig, eigenständig durchzuführende, individuell angepasste, Inhalations- und Atemphysiotherapie, die einer intensiven Schulung bedarf. Insbesondere die Erfahrungen aus der Behandlung von Mukoviszidosepatienten haben zu spezifischen antibiotischen Therapiemodalitäten geführt, wobei intermittierende und kontinuierliche Antibiotikagaben, systemisch oder auch inhalativ, zur Erregersuppression oder Eradikation eingesetzt werden.

Bei lokal auf ein Segment oder einen Lungenlappen begrenzten Bronchiektasen ist inzwischen die minimal-invasiv durchgeführte anatomische Segmentresektion oder VATS-Lobektomie Therapie der Wahl. Der oft ausgeprägte Lokalbefund und der stark postentzündlich veränderte Lungenhilus erfordert eine entsprechende Expertise des Chirurgen. Ein klinisch „freies“ Intervall ist für eine OP anzustreben.


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