Pneumokoniosen (Staublunge)

Pneumokoniosen entstehen durch Ablagerung bestimmter Staubarten in den tiefen Atemwegen (Bronchien) und Lungenbläschen (Alveolen). Eine gesunde Lunge verfügt über mehrere Mechanismen, eingeatmete Staubteilchen wieder los zu werden: Größere Partikel werden schon in der Nase abgefangen oder sie werden aus den großen Atemwegen durch Husten wieder entfernt. Kleinere Staubteilchen gelangen in die tieferen, dünnen Atemwege, werden von dort aber durch die Flimmerhärchen der Schleimhaut bis zurück in die Luftröhre transportiert. Sehr feine Stäube können auch in die Lungenbläschen gelangen. Bei starker Einatmung von Stäuben können die Reinigungsmechanismen überfordert sein.

Es hängt dann sehr von der Beschaffenheit der Stäube und vom Ausmaß und Dauer ihrer Einatmung ab, welche Folgewirkungen am Lungengewebe entstehen. Im ungünstigen Fall führt die Staubablagerung zu chronischen Entzündungen mit Vernarbungen des Lungengewebes und der Atemwege. Dann kann es zu Husten, Auswurf und zunehmender Kurzatmigkeit kommen. In der Mehrzahl der Fälle geht einer solchen Entwicklung eine Staubbelastung über viele Jahre oder Jahrzehnte voraus. Eine Gefährdung hierfür bestand im letzten Jahrhundert besonders an zahlreichen Arbeitsplätzen der Industrie.

Die unterschiedlichen Formen der Staublungen wurden nach den Substanzen benannt, die dabei eingeatmet wurden. Häufig auftretende Staublungen waren die Steinstaublunge (Silikose) und die Asbeststaublunge (Asbestose). Glücklicherweise ist das Neuauftreten dieser Erkrankungen durch den systematischen Einsatz von Atemschutzmaßnahmen an belasteten Arbeitsplätzen und der Verbannung schädlicher Arbeitsmaterialien sehr viel seltener geworden.


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