Lungenemphysem (Blählunge)

Beim Lungenemphysem kommt es zu einer dauerhaften Strukturveränderung des Lungengewebes im Bereich der Lungenbläschen. Durch Abbau ihrer zarten Wandstrukturen, in denen sich die feinen Blutgefäße der Lunge befinden, entstehen neue, größere Hohlräume, sichtbare Blasen, die teilweise mit dem bloßen Auge erkennbar sind. Hauptursache für diese krankhafte Veränderung der Lungenbläschen ist das Zigarettenrauchen. Auch genetische Faktoren spielen oftmals eine Rolle. Umweltbedingte Schädigungen begünstigen die Erkrankung ebenfalls. Die Veränderungen der Lungenbläschen haben mehrere Folgewirkungen. Der Übertritt von Sauerstoff in das Blut wird gestört. Es verbleibt vermehrt Luft im Lungengewebe, die nicht mehr mit jedem Atemzug ausgetauscht werden kann. Das Lungenvolumen steigt („Blählunge“). Die Elastizität des Lungengewebes lässt nach. Dadurch werden die Atemwege („Bronchien“) bei rascher Ausatmung nicht mehr offengehalten, was den Luftstrom behindert. Als Folge all dieser Probleme kommt es im Verlauf der Erkrankung zu zunehmender Luftknappheit bei körperlichen Belastungen.

Die Behandlung muss viele Aspekte berücksichtigen. Neben der Schulung von Inhalationstechniken zur optimalen Medikamentenanwendungen kommt der krankengymnastischen Behandlung mit verschiedenen Atemtechniken eine große Bedeutung zu, um die Überblähung der Lungen zu verringern. Auch die Kräftigung der Atemmuskulatur und das Training des gesamten Körpers sind für das Ausmaß der körperlichen Belastbarkeit von großer Bedeutung. Bei sehr starker Kurzatmigkeit kommen auch manchmal auch Medikamente zum Einsatz, die im Gehirn die Wahrnehmung der Luftknappheit lindern.

Neue Verfahren, wie z. B. das Einbringen von Atemwegsventile, können manchmal eine Rückbildung der Lungenüberblähung begünstigen. In ebenso ausgewählten Fällen kann auch ein operatives Verfahren, wie die Entfernung von großen Lungenblasen oder auch eine operative Verminderung des hohen Lungenvolumens, sinnvoll sein. Im Einzelfall kommt auch eine Lungentransplantation in Betracht.

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