Über hundert Jahre im Dienste der Gesundheit

Beengte Wohnverhältnisse, mangelnde Hygiene, unzureichende Ernährung und auch die rasante Industrialisierung begünstigten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert die rasche Ausbreitung ansteckender Krankheiten wie der Tuberkulose. Fast jeder zweite Hamburger Arbeiter fiel im vorvergangenen Jahrhundert der Lungenkrankheit zum Opfer. Erst 1883 wurde unter Reichskanzler Otto von Bismarck die Sozialgesetzgebung eingeführt, die die Arbeiter gegen Krankheit absicherten. Überall im damaligen Deutschen Reich gründeten sich daraufhin die so genannten Reichsversicherungsanstalten.

Diese errichteten in waldreichen Gegenden Lungenheilstätten. Im Jahr 1898 erwarb die Hanseatische Versicherungsanstalt in Großhansdorf ein Areal am Wöhrendamm. Hier wurde nach zweijähriger Bauzeit am 11. Dezember 1900 ein Genesungsheim für Frauen mit zunächst 50 Betten für „Blutarme und bleichsüchtige Rekonvaleszentinnen“ in Betrieb genommen. Die Bleichsucht war die Umschreibung der Tuberkulose. Der Bedarf war jedoch so groß, dass kurz darauf eine Station mit weiteren 70 Betten eingerichtet wurde. Ein Jahr darauf wurde am Eilbergweg ein Invalidenheim für tuberkulöse Männer errichtet, das später in eine Kinderabteilung umgewandelt wurde. Auch auf dem Grund des Nachbarorts Siek wurde Grund und Boden für eine weitere Einrichtung hinzugekauft. Die Mittel zur Behandlung waren damals noch beschränkt: In erster Linie wurden Ruhe, Aufenthalt im Freien und Stärkungsgetränke verordnet.

Die Medizin machte jedoch enorme Fortschritte und aus Pflege- und Verwahranstalten wurden Krankenhäuser. 1938 wurde in Großhansdorf der erste OP-Saal in Betrieb genommen, der Beginn der Thoraxchirurgie. Während die Anzahl der Tuberkulosefälle angesichts besserer hygienischer Bedingungen und der Erfindung des Penicillins immer weiter zurückging, trat mit der rasanten Verbreitung des Tabakkonsums eine andere Erkrankung in das Leben der Menschen: der Lungenkrebs. Trotz zahlreicher An- und Umbauten reichten die baulichen Gegebenheiten in Großhansdorf für den wachsenden Standard und die steigenden Ansprüche bald nicht mehr aus. Zwischen 1958 und 1961 wurde auf dem Grundstück am Wöhrendamm ein neungeschossiges, damals modernes Krankenhaus neu errichtet, das alte Gebäude abgerissen.

Bis heute wurde dieser Neubau mehrmals umfassend saniert: Zwischen 1990  und 1992 wurde das Bettenhaus den modernen Anforderungen angepasst, zwischen 2001 und 2002 die Patientenzimmer und die Fassade saniert. Durch die Überbauung der bis dahin vorhandenen Balkone konnten die Patientenzimmer vergrößert werden. 2014 kam ein hochmoderner Funktionstrakt mit neuen Operationssälen hinzu, von der Hamburger Gesundheitsbehörde und dem Schleswig-Holsteiner Gesundheitsministerium mit je 2,5 Millionen Euro gefördert, 985.000 Euro brachte die Klinik selbst auf.

Heute ist das Krankenhaus Grosshansdorf, 2012 in LungenClinic Grosshansdorf umbenannt, ein leistungsfähiges und mit allen wünschenswerten medizinisch-technischen Möglichkeiten ausgestattetes Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie. Die Klinik verfügt über 193 Planbetten der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein sowie über zahlreiche Diagnostik- und Therapiereinrichtungen zur Behandlung von Lungenerkrankungen. Es genießt weit über die Grenzen Großhansdorfs hinausreichend einen exzellenten Ruf, der durch ein hochqualifiziertes Team aus medizinischem, pflegerischem und therapeutischem Personal sowie ein hohes Engagement in der Forschung täglich gelebt und weiterentwickelt wird.

Am 1. Juli 2006 erkannte die Universität zu Lübeck die LungenClinic Grosshansdorf als „Akademisches Lehrkrankenhauses“ an. Seither findet die wissenschaftliche Ausbildung angehender Ärztinnen und Ärzte auch in Großhansdorf statt – eine weitere Bestätigung der hohen medizinischen Leistungsfähigkeit der LungenClinic und ein zusätzlicher Ansporn, Patienten nach den neuesten Forschungserkenntnissen zu behandeln. Im Sommer 2012 zertifizierte die Deutsche Krebsgesellschaft unser Haus zum Lungenkrebszentrum. Damit sind wir bundesweit eine der wenigen Lungenfachkliniken, die sich in der Krebsbehandlung durch modernste Diagnostik und Therapien, eine hohe Behandlungsqualität und umfassende Betreuung der Patienten auszeichnen.

Anlass für die LungenClinic Grosshansdorf, ihren herausragenden Leistungen 2012 durch ein zeitgemäßes Erscheinungsbild im Internet Ausdruck zu verleihen. Auch das Logo wurde neu gestaltet: Es steht für die vier Schwerpunkte Pneumologie, Onkologie, Thoraxchirurgie und Anästhesie. Nicht zuletzt wurde die Telefonanlage modernisiert: Sie erreichen uns jetzt unter den angegebenen, vierstelligen Durchwahlnummern.

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