Informationen zum Deutschen Lungentag am 19.09.2015: Neu und vielversprechend – Immuntherapie bei Lungenkrebs

15. September 2015

 In der LungenClinic Grosshansdorf werden nicht nur sämtliche Formen von Lungenerkrankungen behandelt, sondern es wird auch geforscht – zum Beispiel, wie sich Lungenkrebs besser bekämpfen lässt. Neue, unter anderem in der LungenClinic durchgeführte Studien haben jetzt ergeben, dass neben Operationen, Chemotherapie und Bestrahlung eine weitere Behandlungsoption die Immuntherapie ist. Ansatzpunkt der vor kurzem offiziell zugelassenen Immuntherapie ist die Erkenntnis, dass Tumore die körpereigenen Abwehrmechanismen lahmlegen, indem sie gefälschte Stopp-Signale senden und zwar vermutlich im Übergang vom frühen zum fortgeschrittenen Stadium einer Krebserkrankung. Dies hat für die Patienten gravierende Folgen. „Unsere Aufgabe ist es dann, diesen Signalweg zu unterbrechen und so die Bremse zu lösen, damit das Immunsystem die Zellen wieder attackiert“, erklärt PD Dr. Martin Reck, Chefarzt des Onkologischen Schwerpunktes an der LungenClinic Grosshansdorf.

Die Unterbrechung des Stoppsignals kann durch sogenannte Checkpoint-Hemmer erzielt werden. Diese setzen sich an die Oberfläche des Tumors und der umgebenden Immunzellen fest und blockieren den Befehl zum Stillhalten des Immunsystems. Einer dieser Antikörper heißt Nivolumab. Erst kürzlich wurde er für die Therapie von vorbehandelten Patienten mit einer bestimmten Form des Lungenkrebses, dem Plattenepithelkarzinom, von der EU zugelassen. Auf dem deutschen Markt gibt es dieses Medikament seit Juli dieses Jahres. Die Studiendaten zeigen, dass Nivolumab nicht nur eine höhere Tumoransprechrate hat und besser verträglich ist, sondern dass sich die Überlebenszeit von Patienten im Vergleich zur Chemotherapie um ein Drittel steigern lässt. In der Gruppe der mit Nivolumab behandelten Patienten betrug die Ein-Jahres-Überlebensrate 42 Prozent gegenüber 24 Prozent der mit Chemotherapie Behandelten.

„Immuntherapien können in bestimmten Situationen die klassische Chemotherapie ersetzen und bieten in der Behandlung von Lungenkrebs eine völlig neue Perspektive“, so Dr. Reck. Allerdings sei es wichtig, die Patienten sorgfältig zu betreuen, da die neuen Medikamente in seltenen Fällen bislang noch unbekannte Nebenwirkungen hervorrufen könnten. Aktuell gebe es nur wenige Ärzte, die Erfahrung mit dem neuen Wirkstoff hätten. Zu prüfen sei weiterhin, welche Patienten besonders empfänglich für die neuen Medikamente sind, da die Kosten für diese Behandlung sehr hoch sein werden. Zurzeit werden die Therapiekosten innerhalb der EU-Zulassung von den Krankenkassen erstattet. 

Informationen über die LungenClinic Grosshansdorf:
Die LungenClinic Grosshansdorf ist eine international anerkannte Fachklinik für sämtliche Erkrankungen der Lunge und Atemwege im Bettenplan der Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg. Als größte Spezialklinik Norddeutschlands für Lungenerkrankungen versorgt sie jährlich rund 12.000 Patienten stationär und ambulant in den Schwerpunkten Pneumologie, Onkologie, Thoraxchirurgie und Anästhesie. Als eine der wenigen Lungen-Fachkliniken Deutschlands bietet sie Beratung, Behandlung und Nachsorge aus einer Hand. Die Klinik ist darüber hinaus eine von insgesamt 18 Forschungsinstitutionen des Deutschen Zentrums für Lungenforschung und nimmt damit eine führende Rolle in der Erforschung und Anwendung neuester medizinischer Erkenntnisse ein. Der zentraler Satz im Leitbild heißt: Das Wohlbefinden der Patienten ist das Maß unserer Leistung.

Kontakt:
Dr. med. Martin Reck
Chefarzt Onkologischer Schwerpunkt
LungenClinic Grosshansdorf GmbH
Wöhrendamm 80, 22927 Großhansdorf
Tel.: 04102/601 2101
E-Mail: s.brandt(at)lungenclinic.de
www.lungenclinic.de 



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